Immer gegen Ende Jahr werde ich gefragt: «Welche Vorsätze nimmst du dir für das kommende Jahr?» Diesmal habe ich mich für Folgenden entschieden: «nicht nachtragend sein». Und das aus drei guten Gründen…
Grund Nummer 1: die Wortbedeutungen
Jeder von euch denkt jetzt gleich an das Offensichtlichste: jemandem nicht mehr über längere Zeit etwas übelzunehmen. Aber es gibt noch eine weitere Bedeutung von Nachtragen, die eine Überlegung wert ist: Etwas ergänzend anhängen oder dazu tun, was bedeutet, dass wir die ganze Zeit Daten, Fakten, Erklärtes, Bemerktes, Geredetes, Dargestelltes etc. dem Geschehenen hinzufügen.
Aber am meisten überzeugt hat mich dieser Wortsinn von Nachtragen: «jemandem etwas hinterhertragen» oder «jemandem, der schon weg ist, etwas bringen, das dieser vergessen hat».
Grund Nummer 2: die Vergangenheitsgebundenheit
Ich lebe gerne im Moment und nicht in der Vergangenheit. Wenn wir nachtragend sind, befassen wir uns mit bereits Geschehenem, also mit Angelegenheiten, die schon passiert sind und sich nicht mehr ändern lassen.
Grund Nummer 3: mein eigener Weg
Wenn ich meine Zeit damit verbringe, den anderen immer etwas nachzutragen, werde ich nie meinen eigenen Weg gehen. Denn entweder laufe ich immer hinter ihnen her oder trage ihnen etwas nach, was sie vergessen haben.